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"Vatermord war eigentlich das Motto der zu Worte gekommenen Generation", so Wolfgang Cordan in Anspielung auf das gleichnamige Stück von Arnolt Bronnen: "Die Parole war: ‚Nie wieder Krieg!' Es gab noch manche andere Parole. Alle zusammen meinten: Schluss mit der Welt der Väter! Wir müssen ganz neu anfangen. Aus diesem Chor hob sich alsbald eine Stimme besonderer Art hervor. Ein noch sehr junger Mann, er war knapp sechs Jahre älter als ich, machte durch ironische, blendend geschriebene Aufsätze von sich reden: Klaus Mann." Der zwanzigjährige Autor des "Frommen Tanzes" also ein Repräsentant seiner immer wieder auch als "frühreif" etikettierten Generation? Einer Generation, die den Ersten Weltkrieg, die Phase des revolutionären Umbruchs 1918, die Münchener Räterepublik und die schwierigen Anfänge der Weimarer Demokratie im Kindesalter erlebt hat? Und deren Jugend, deren "Sturm-und-Drang"-Zeit, in die politisch turbulenten Jahren der Weimarer Republik fiel? Klaus Mann hat diese Jahre als eine Zeit erlebt, in der "man ständig, bewusst oder unbewusst, auf ‚die Katastrophe' wartet (von der man sich, wie sie aussehen wird, natürlich keineswegs vorstellen kann)", in der man also irre an den Werten der Elterngeneration werden, "die also, wie es scheint, nicht mehr stark genug sind, das Nahen dieser Katastrophe aufzuhalten"? Seine Art und Weise, diese Erfahrung öffentlich zu verarbeiten, "seine Abenteuer", so Wolfgang Cordan über die Bedeutung Klaus Manns, "wurden uns Offenbarungen: was es alles gab und wie man damit fertig wurde! Und alle Süße, allen Schmerz und allen Traum des Lebens schmeckten wir aus den schicksalhaften Verschlingungen seiner Gestalten; ja er war der ältere Bruder, der uns alles zeigte und in dem wir uns erkannten. Wir bewunderten ihn heiß."
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