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Aktuelle Projekte & vorletzte Arbeiten


Demnächst:

„Ich bin nur ein Teil des großen Ganzen.“
Die Versuchung der totalen Unterordnung und das Gegengift der Individualität

DeutschlandRadio Kultur - Literatur
Dienstag, 20. Juli 2010, 19.30 - 20.00 Uhr

Nichts wird in modernen westlichen Gesellschaften größer geschrieben als Individualismus, die eigene, unverwechselbare Identität und die persönliche Freiheit. Und doch reagieren Autorinnen und Autoren auf ein anderes Phänomen: das Bedürfnis nach einer eigenen Bedeutsamkeit, die ihre Wurzeln in der Unterordnung hat; danach, eine Aufgabe zu erfüllen, die eigene Individualität übergeordneten Ideen oder Sachzwängen zu opfern, seinen Platz und sein Selbstwertgefühl in klaren Hierarchien von Befehl und Gehorsam zu finden. Im Zentrum der Sendung stehen Michael Sollorz und Anke Stelling. Sollorz erzählt in „Die Eignung” von einem Angehörigen der NVA, dem die Wende den Boden unter den Füßen wegzieht und der seinen Platz wieder in einer „Elite-Einheit” sucht. Anke Stelling gestaltet in „Horchen” eine Frauenfigur, deren Suche nach der eigenen Identität ins Leere läuft, weil sie die „Freiheit”, die sie eigentlich schätzt, auch als „Beliebigkeit” empfindet, die sich deshalb auch nach einer Autorität und einer klar vorgegebenen Richtung sehnt.
Was macht diese und auch die Figuren anderer Romane anfällig für dieses Phänomen? Wirkt Individualismus als Gegengift? Oder hinterlässt vielleicht gerade er die Leere, die eine Suche nach autoritären Strukturen begünstigt?


Detlef Grumbach / Burchard Bösche:
Dorfläden als Wirtschaftliche Vereine

Herausgegeben vom Zentralverbandes deutscher Konsumgenossenschaften e.V.
56 Seiten
erscheint Juli 2010
ISBN: 978-3-8391-7157-8

Das Bürgerliche Gesetzbuch bietet uns in § 22 als Rechtsform für unsere wirtschaftliche Betätigung den ‚Wirtschaftlichen Verein’ an. Allerdings bedarf dieser der Genehmigung durch die zuständigen Landesbehörden. Und diese verweigern die Genehmigung fast immer, wenn man nicht Bauer oder Waldbesitzer ist. Damit werden die Initiatoren von kleinen Gemeinschaftsunternehmen in ein Dilemma gestoßen. Entweder bedienen sie sich der teuren und bürokratischen Handelsgesellschaften wie GmbH, eingetragener Genossenschaft oder AG, oder sie haften im Rahmen einer oHG oder einer BGB-Gesellschaft mit ihrem gesamten Vermögen für die Verbindlichkeiten des Unternehmens, was in keinem Verhältnis zu dem wirtschaftlichen Vorteil steht, den sie daraus ziehen.

Dieses Buch wurde geschrieben, weil es eine Ausnahme gibt: das Land Rheinland- Pfalz genehmigt Dorfgemeinschaftsläden in der Rechtsform des wirtschaftlichen Vereins. Detlef Grumbach hat sich diese Unternehmen angesehen und festgestellt, dass in ihren Gemeinden eine segensreiche Wirkung entfalten. Burchard Bösche setzt sich mit der Haltung der Behörden zu § 22 BGB auseinander.


„Re-Feudalisierung und Privatisierung der Macht”?
Zur Bilderberger Konferenz 2010

Deutschlandfunk - Hintergrund
Mittwoch, 2. Juni 2010, 18.40 - 19.00 Uhr

Sogenannte Bilderberger Konferenzen finden seit 1954 jährlich an wech­selnden, möglichst geheim gehaltenen Orten statt. Sie sind "privat" und "vertraulich", es herrscht Geheimhaltungsstufe 1. Das erste Mal trafen sich die Mächtigen und die Reichen auf Einladung von Prinz Bernhard der Niederlande in dessen Hotel Bilderberg in Oostebek. Daher tragen sie den Namen. Zum engsten Kreis gehören von Anfang an auch die englischen und belgischen Königshäuser, Bankiers wie die Rothschilds und die Rockefellers sowie die politischen und militärischen Strategen des nordatlantischen Bündnisses. Aus Deutschland waren in den fünfziger Jahren unter anderen der Bankier Hermann Josef Abs und Otto Wolf von Amerongen dabei, seit 2004 darf man Josef Ackermann als Stammgast dort bezeichnen. Auch Joschka Fischer, Angela Merkel, Wolfgang Schäuble, Otto Schily und Günter Verheugen waren dort. Aus USA den Kissinger, Clinton, ...

Etwa 130 Personen nehmen an diesen Konferenzen teil -- bedeutend weniger als beispielsweise beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Ein Sekretariat und ein Lenkungsausschuss bestimmen, wer eingeladen wird. Dem gehört übrigens der stellvertretende Cheferdakteur der "Zeit", Matthias Nass, an. Neben einem harten Kern der Bilderberger werden immer wieder auch Nachwuchskräfte hinzugezogen, junge Politiker, die man kennenlernen und einschätzen will, aus denen einmal etwas werden könnte.

Sind die Bilderberger die geheime Weltregierung, wie Verschwörungstheortiker behaupten?
Wie ordnen sie sich ein in den Kontext anderer Veranstaltungen wie Davos, Münchner Sicherheitskonferenz, Trilaterale Kommission ...? Welchen Einfluss haben sie wirklich, was sagen sie aus über die Macht der Reichen, die Nähe von Wirtschaft und Politik und demokratische Kontrolle?

Manuskript          MP3          Interview auf DRWissen


Zwischen Kahlschlag und Innovation
Kommunale Kulturpolitik in der Finanzkrise

Deutschlandfunk - Hintergrund
Mittwoch, 20. Januar 2010, 18.40 - 19.00 Uhr

"Allen Beteiligten ist klar, dass der Kulturetat nicht das Potenzial schon von der Größenordnung her hat, dass man damit Haushalte sanieren kann", so Klaus Hebborn, Beigeordneter für Kultur beim Deutschen Städtetag. Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat ergänzt. "Damit können Sie den Haushalt nicht sanieren, aber sie können die Kultur kaputt machen. Das ist das Problem. Also wenn Sie 10 Prozent sparen, müssen in den meisten Kommunen schon Kultureinrichtungen geschlossen werden, aber Sie haben im Umkehrfeld gar nicht die Möglichkeit, wirklich einen, ja, sichtbaren Anteil zur Einsparung zu leisten."
Dennoch ist die Versuchung groß, ausgerechnet hier zu sparen, weil die Kultur zu den so genannten freiwilligen Leistungen der Kommunen zählt. Die Bürger haben also keinen Rechtsanspruch darauf. Außerdem haben es zahlreiche Städte und Gemeinden gar nicht mehr in der Hand, wofür sie noch Geld ausgeben. Es gibt aber auch Gegenwehr: unter betroffenen Bürgern, unter Politikern, denen handlungsfähige Kommunen wichtiger sind als Steuergeschenke.

Manuskript          MP3


Ein Spagat zwischen Literatur und Kommerz?
Der Deutsche Buchpreis in der Diskussion

Deutschlandfunk - Hintergrund
Sonntag, 11. Oktober 2009, 18.40 - 19.00 Uhr

Frankfurt, im Oktober 2005. Zum ersten Mal verleiht Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, den Deutschen Buchpreis. In einer kulturpolitischen Landschaft, in der es wegen der Kulturhoheit der Länder keinen nationalen Preis für deutsche Literatur gibt, entwickelte er sich schnell zur wichtigsten literarischen Auszeichnung in Deutschland. Ins Leben gerufen wurde er vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, morgen wird in diesem Jahr zum fünften Mal verliehen.

Wer den Deutschen Buchpreis bekommt, hat erst einmal ausgesorgt. Arno Geiger, der erste Preisträger 2005, konnte binnen weniger Wochen über 100.000 Exemplare seines Romans verkaufen, insgesamt wurden es etwa doppelt so viele. Uwe Tellkamps Roman „Der Turm“, der den Preis im letzten Jahr gewann, schaffte sogar 450.000. Zu den Honoraren kommen Übersetzungen in andere Sprachen, Einnahmen aus Lizenzen also, und – das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro, Einladungen zu Lesungen, weitere Auszeichnungen. Dennoch gibt es auch Kritik.

Manuskript          MP3


Zahlreiche Buchbesprechungen, viele mit O-Tönen der AutorInnen

haben sich angesammelt. Etliche davon sind auf der Website des Deutschlandfunk-Büchermarkts archiviert.

Reinhard Kaiser-Mühlecker: Magdalenaberg

Hermann Peter Piwitt: Heimat schöne Fremde

Navid Kermani: Wer ist wir. Deutschland und seine Muslime

Tina Uebel: Die Wahrheit über Frankie

Christoph Links: Das Schicksal der DDR-Verlage

Bodo Kirchhoff: Erinnerungen an meinen Porsche

Halil Gülbeyaz: Türkei wohin?

Gunther Geltinger: Mensch Engel

Uwe Timm: Halbschatten

Ulrich Woelk: Joana Mandelbrot und ich

Magnus Hirschfeld: Weltreise eines Sexualforschers

Hans Christoph Buch: Tod in Havanna

Jan Böttcher: Nachglühen


Weitere Besprechungen finden sich auf :

Deutschlandfunk Büchermarkt - Rezensenten F-J

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Kontakt/Webmaster: Detlef Grumbach - letzter Update: 8. Juli 2010